Small textMedium textLarge text

Ortsteil Mühlhausen mit Karpfenstein

Das heutige Mühlhausen besteht aus den beiden ehemaligen Orten Forstdürnbuch (östlicher Teil Richtung Siegenburg) und Mühlhausen (westlicher Teil Richtung Geibenstetten und Neustadt). Während der Ortsname Forstdürnbuch vom gleichnamigen Dürnbucher Forst abgeleitet ist, wird Mühlhausen (Häuser bei der Mühle) im Jahre 1040 als Muhlhusen in Verbindung mit dem Kloster Weltenburg erstmals urkundlich erwähnt.

Entstanden dürften beide Orte im 8./9. Jahrhundert als Rodungsinseln im damals noch undurchdringlichen Dürnbucher Forst sein. Unterstützt wurden diese Ansiedlungen durch das in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts gegründete Kloster Münchsmünster.

Beide Orte gehörten ursprünglich zum Sprengel des alten Gerichts Vohburg und wurden 1273 bei der Gründung der Stadt Neustadt einverleibt. Während Forstdürnbuch bis zur Auflösung der alten Pflege- und Landgerichte beim Gericht Neustadt blieb, wurde der Ort Mühlhausen 1485 dem neu gegründeten Gericht Abensberg inkorporiert. Erst bei der Bildung der Steuerdistrikte im Jahre 1808 und der heutigen politischen Gemeinden 1818 wurden beide Orte verwaltungsmäßig wieder vereint und die Gemeinde Mühlhausen gegründet. Nachdem der Ortsteilname Forstdürnbuch immer mehr aus dem Sprachgebrauch verschwand, wurde dieser 1969 durch Beschluss des Bayerischen Innenministeriums aufgehoben.

Die beiden Orte sind von jeher stark landwirtschaftlich orientiert, wie sich auch aus einer Beschreibung von Forstdürnbuch aus dem Jahre 1783 von Anton Baumgartner ergibt. Hierbei spielte der Hopfenanbau in den letzten zweihundert Jahren eine immer größere Rolle. Besonders um den Hopfenanbau verdient gemacht hatte sich der Schneider Simon Wittmann aus Forstdürnbuch, der 1798 Hopfenwurzen für 400 Stangen aus der Sazer Gegend bezog und auf einem kultivierten Ödland anlegte. Er war in der nördlichen Hallertau der Begründer des modernen Hopfenanbaus.
Als weitere Sonderkultur breitet sich in den letzten Jahren der Spargelanbau immer mehr aus.

Im Jahre 1967 ließ die Gemeinde ein Gemeindewappen entwerfen, das unter blauem Schildhaupt in Silber nebeneinander eine grüne Tanne und eine grüne Hopfenrebe zeigt. Dieses Wappen symbolisiert somit die geschichtliche Entwicklung der beiden Ortsteile in Bezug auf die Lage im Dürnbucher Forst und den Hopfenanbau.

Die Pfarrkirche St. Vitus wurde 1932 neu erbaut. Eine besondere Note verleihen der Kirche die 1945 nachträglich von Julius Noè gefertigten, sehr farbenfrohen Fresken, welche Szenen aus dem alten und neuen Testament darstellen.

Geschichtlich sehr interessant ist auch die aus dem 11./12. Jahrhundert stammende St.-Jakobs-Kirche mit ihrem romanischen Portal.

Impressionen

Powered by eContent.net | Alle Rechte vorbehalten!